Reflexionen zwischendurch

Wie an den Datumsangaben zu sehen ist, habe ich eine längere Zeit schon keinen neuen Artikel veröffentlicht. Nun eine Rückschau, das geht in der Zeit „zwischen den Jahren“.

Hauptthema dieses Jahres war die Masterarbeit zu kooperativem Lernen mit Apps auf mobilen Geräten. Habe ich gemacht, der Sommer war damit komplett ausgefüllt und persönlich somit ausgefallen, hat aber das gewünschte Ergebnis gebracht: das Studium ist erfolgreich abgeschlossen und der M.A. eEducation in der Tasche! Was es außer Erkenntnis und Mühsal auch noch gebracht hat: Lernen 2.0, Social Learning oder wie auch immer mensch es nennt, existiert nicht, weder auf mobilen noch auf stationären Geräten, ein Hype bleibt ein Hype; diese Buzzwords sind der strategischen Initiative geschuldet, ein anderes Bildungs- und Lernkulturverständnis zu fördern und zu diskutieren, was sehr löblich und dringend nötig ist, mehr aber nicht. Die Realität ist anders. Sinnvolle, vernetzte Online-Lernszenarien mit kollaborativem u./o. kooperativem Lernen sind hier und da umgesetzt, in der allgemeinen Schule oder Hochschule aber noch genauso wenig angekommen wie in Apps. Ausnahmen bestätigen die Regel. Heißt: wir experimentieren weiter.

Die medienpolitische Initiative, in Berlin einen ‚Runden Tisch Medienbildung‘ mit den im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien, der Senatsbildungsverwaltung und medienpädagogischen Initiativen zu etablieren, ist seitens der offiziellen „Player“ abwegig beschieden worden, v.a. der Senatsverwaltung und der regierenden Parteien. Heißt: kein Interesse. Schade, die bundesweite Initiative „Keine Bildung ohne Medien“ hat angeregt in den Bundesländern solche ‚Runden Tische‘ zu etablieren, Berlin baut aber lieber Flughäfen… Vielleicht gibt es in Zukunft ja eine/n Mitarbeiter/in in der Bildungsverwaltung mit einer Idee, der Ausbau der Medienkompetenzförderung und des Bildungsbereichs stünde der Stadt nicht schlecht.

Nun also (neue) Arbeit in der BTU Cottbus-Senftenberg im E-Learning Bereich, super! Da stellen sich die Fragen nach PLE, PLN, Konnektivismus und Social Media für das Lernen noch einmal völlig anders, Anschlussstellen sind gesucht!

Die Diskussionen beim diesjährigen EduCamp in Berlin oder der GMK Jahrestagung haben mir gezeigt, dass bei allen Konzepten, Ideen und (meist unterfinanzierten) Projekten das digitale Zeitalter in der Bildung noch nicht angekommen ist, sondern Fortschritte (immer noch, wie meist) auf dem Engagement von Wenigen beruhen. Genausowenig existieren die unschlagbaren Konzepte, das Lernen völlig umzukrempeln, zum Glück: denn Lernen ist abhängig von Kontexten, Vorwissen und individuellen Lernwegen. Sinnvoll ist es, Szenarien und neue Anwendungen zu entwerfen, um zu experimentieren und zu differenzieren, wo wann was wie sinnvoll an digitalen Medien einzusetzen ist. Gerne ohne Hype und Buzzwords.

Technik & Bildung: De-bug Special ‚Neustart Bildung‘

FYI – In der aktuellen Print-Ausgabe der De-bug findet sich ein Special ‚Neustart Bildung‘. Eine Zeitschrift über ‚Elektronische Lebensaspekte, Musik, Medien, Kultur & Selbstbeherrschung‘, die sich mit Bildung beschäftigt? Soweit sie sonst immer weit vorne sind: interessant! Wann die 4 Artikel online gestellt werden? Mal nachfragen, hier jetzt ein Überblick als Info:

(1) ‚Neustart Lernen – Wie Technik die Bildung verändert‘ – startet mit der Betrachtung der These, dass Technik neue, demokratischere Bildungsformen und Wissen transportieren kann (Reform durch Technik), die sich auch im allseits herausgestellten internet-based Machtverlust von (Bildungs-)Autoritäten wiederfindet.

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SPDupgrade – Forum Netzpolitik veranstaltet BarCamp zum Thema ‚Bildung‘

Am 3.3. 2012 fand die erste Veranstaltung des Forum Netzpolitik in Form eines BarCamps im Berliner Willy-Brandt-Haus statt. Da Bildung für Medienpädagog/innen ein zentrales Thema ist und wir die Möglichkeit sahen mit Menschen aus der SPD direkt zu sprechen, waren wir zahlreich vertreten: Mitglieder des Vorstands der LAG Medienarbeit e.V., des Bundesvorstands und der Landesgruppe Berlin-Brandenburg der GMK und D. Seitz von ‚Mediale Pfade‘ versuchten u.a. mit der ersten Session herauszufinden, wie die Förderung der Medienkompetenz in Berliner (aber nicht nur dort) grundständigen und Berufsschulen, Universitäten und Ausbildungen infrastrukturell und dauerhaft verankert werden kann. Gemäß der Richtung der Initiative ‚Keine Bildung ohne Medien‘ sind wir aus o.g. Institutionen seit Herbst 2011 in Berlin dabei, Parteien zu Gesprächen zur Verstetigung der Medienkompetenzförderung an einen Tisch zu bekommen. Dies war die Gelegenheit mit Vertreter/innen der SPD zu diskutieren. Ergebnis: der Ausbau der Förderlandschaft wird allgemein gutgeheißen, es waren sich Alle recht einig und wir haben mit unserer Initiative Menschen in der Partei gefunden, die das Anliegen unterstützen, ein Erfolg!

Das BarCamp bestand auch weiterhin aus sehr interessanten Sessions, die im Pad dokumentiert sind, obwohl die Teilnehmerzahl leider gering war. Themen wie Kooperation und Kollaboration mit Web 2.0 Tools und ihre Integration in Unterricht, Ausbildung und Beruf oder lebenslanges & weltweites Lernen konnten im kleinen Kreis intensiv diskutiert werden, das ist sonst derart nicht möglich. Laßt uns Medienbildung stärker verankern und vielen Dank an die Organisator/innen!

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