Mobiles und kooperatives Lernen

So, nun zwischendurch ein update: wer’s noch nicht wusste: nach Jahren sog. berufsbegleitenden Studiums von e-Learning, web 2.0, Social Media / Software & / Learning beschäftige ich mich nun mit der Masterarbeit zum Abschluss des Studiums. Meinen Studienschwerpunkt ‘Web 2.0 Tools / Social Software: in der Lehre & zum Lernen, in der Jugendarbeit, in der sozialen Arbeit, für eParticipation….’ führe ich fort im Thema der Masterarbeit: „Kooperatives Lernen mit Apps – eine Analyse des Potentials mobiler Anwendungen“, d.h. der Schwerpunkt liegt beim kooperativen Lernen und die Frage lautet: wie läßt sich kooperatives Lernen didaktisch und technisch im ‘Mobile Learning’ abbilden? Wie müssen Apps gestaltet sein, damit kooperatives Lernen möglich ist? Welche didaktischen Settings zählen dazu, welche theoretische Fundierung weisen sie auf und für welche Anwendungsszenarios eignet sich kooperatives Lernen mit mobilen Geräten eigentlich? Der Praxisanteil besteht in der Analyse von (ausgesuchten) Apps aus verschiedenen Anwendungsbereichen auf ihre Tauglichkeit oder gerade die Ermöglichung kooperativen Lernens.

Als Hintergrund dienen die Gespräche und Diskussionen der letzten Jahre über Social Learning, mobiles Lernen etc. in Workshops, Kongressen oder Fachtagungen wie auch hier berichtet bei der DeLFI 2012 und natürlich den Postings zu ‘Lernen 2.0’ in sozialen Netzwerken oder Twitter. Community-driven wie Moocs ist das Ganze nicht, aber reichhaltig durch diverse Communities beschallt und v.a.: es gibt Ansprechpartner/innen außerhalb der offiziellen Betreuung: in diesem Zusammenhang vielen Dank an Jochen Robes für das aufschlussreiche Gespräch!

Nachdem ich die Informatik-Prüfung nun erfolgreich hinter mich gebracht habe, starte ich folgendermaßen: inhaltlich geht es über die lerntheoretischen Hintergründe und aktuellen Lernmodelle und ‘Computer Supported Cooperative Learning’ (CSCL) zu den Spezifika des Web 2.0/Social Learnings und des mobilen Lernens bis zur praktischen Analyse von mobilen Anwendungen.

Wer es kennt, den wird es kaum überraschen: im CSCL (war ein Bestandteil der Informatik-Prüfung) sind die Überlegungen, wie Social Learning aufgebaut sein muss, damit es funktioniert, schon längst gestellt worden. Mit seinem interdisziplinären Ansatz liegt CSCL weit vorne und meine Diskussionen mit Prof. Haake von der FernUniversität in Hagen sind durch die Neuauflage des CSCL-Kompendiums in seiner Mitherausgeberschaft ebenfalls überholt: einige neue Kapitel beschäftigen sich mit Web 2.0 und ich hoffe, dass die Erkenntnisse aus CSCL in die didaktischen Settings des Social Learning einfließen. Immerhin muss man das Rad nicht noch einmal erfinden! Offensichtlich sind viele der CSCL-Systeme leider unternehmens- oder universitätsintern geblieben, denn bei der Lektüre der vorherigen Ausgabe des Kompendiums hat mich die Vielfalt und v.a. die didaktische Unterfütterung der Anwendungen begeistert: viele Fragen zur Anwendung von Web 2.0 Tools für die Lehre oder das Lernen sind schon längst bei CSCL behandelt, hin und her diskutiert, reflektiert und zu einer Lösung geführt worden! Zumal sich CSCL als Forschungsrichtung etabliert hat und die Diskussionen übergreifend in Informatik, Psychologie und Pädagogik geführt werden, womit das komplexe Gebiet abgedeckt ist, mit dem man es zu tun bekommt, wenn man sich die o.g. Fragen stellt.

Außerdem ist CSCL genau die Schnittstelle, die mir persönlich gefällt, da ich mir als Medienpädagoge bei den Informatiker/innen als das soziale und bei den Pädagog/innen als das technische Element vorkomme, zwischendrin, aber keins von beiden alleine. Wahrscheinlich gefällt mir deshalb e-Learning/Web 2.0-/Social Learning so gut, weil es um soziale und technische Themen, Beratung und anwendbare Szenarios geht.

BTW: habt ihr gewusst, dass es ‘Awareness’-Faktoren, also zu sehen, wer wann wie lange online im gleichen Netzwerk ist, was er/sie tut oder getan/geschrieben/geantwortet hat, schon lange vor Facebook in CSCL-Systemen gab? Was im sozialen Netzwerk eigener Wahl begeistert und die Stunden verfliegen lässt, ist schon ein alter Hut, und nicht der einzige…

Tools für ePartizipation

Dieser Blog Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit und geht im Medienpädagogik Praxis-Blog weiter.

“Auch ePartizipation ist vor allem ein pädagogisches Vorhaben, das vom Konzept, Prinzipien und den richtigen Methoden lebt – aber in wichtigem Maße auch von den passenden Tools für Zusammenarbeit, Meinungsbildung, Kampagnen…

In einem Etherpad möchten wir für und gemeinsam mit allen Aktiven im Bereich ePartizipation geeignete (Software)Werkzeuge für entsprechende Projekte sammeln. Wir wünschen uns, dass sich diese Liste ständig weiterentwickelt und anpasst und so die vielfältigen Erfahrungen der Beteiligten widerspiegelt.

Die aufgelisteten Werkzeuge sollten kostenlos und idealerweise auch frei verfügbar sein. Nichtkommerzielle Tools sollten kommerziellen Plattformen vorgezogen werden.”

/update
hier sind weitere Sammlungen von Tools für e-Partizipation zu finden:

… weiter im Medienpädagogik Praxis-Blog.

DeLFI 2012

Die 10. e-Learning Fachtagung Informatik – DeLFI 2012 – von der Fachgruppe e-learning der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) in der FernUniversität in Hagen veranstaltet, wartete mit einem vollen Programm auf, das gleich am ersten Tag mit meinem momentan bevorzugten (Reiz-)Thema „mobile learning“ als Workshop startete. Wie | hier | nachzuschauen und zu lesen, wurden mehrere Apps aus unterschiedlichsten Bereichen vorgestellt, die Lernziele mit Anwendungen auf mobilen Geräten erreichen wollten.

Bei den Nachfragen zu den Präsentationen haben allerdings Themen dominiert, die die didaktischen Szenarien mancher Apps hinterfragten: sind bspw. testbasierte Apps (Abfragen, Zuordnungen etc.) nicht wieder ein Rückgriff auf Konzepte des programmierten Unterrichts? Oder geht es noch weiter in Richtung von ‘drill and practice’-Programmen? Wo bleiben die Besonderheiten z.B. von social media, die in der Diskussion um ihren Einsatz für das Lehren und Lernen stehen?

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netz:regeln 2012 Transparenz und Vertrauen – no limits?

Bei der diesjährigen netzpolitischen Veranstaltung der Grünen in der Heinrich-Böll-Stiftung bringt schon der Titel die soziale Dimension in die Diskussion zurück: Vertrauen? statt technischer Lösungen? Aber dazu später mehr…. Die Themen waren aber damit schon gut angerissen: Transparenz, Datenschutz und Datensicherheit, wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten (die Veranstaltung war eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung e.V. und der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien e.V. (BITKOM)).

Der Einführungsvortrag von Prof. Dr. Pörksen von der Universität Tübingen „Der entfesselte Skandal. Das Ende der Kontrolle im digitalen Zeitalter“ (auch als Buch und mit Besprechung) kreiste um die Frage der gesteigerten medialen Möglichkeiten zur Skandalisierung von Ereignissen, Äußerungen, Vorschlägen etc., die nicht nur die auf die Öffentlichkeit angewiesenen Politiker/innen betrifft, sondern mehr oder weniger Alle. Die Grundlagen dazu habe die Digitalisierung gelegt, über die als technischen Vorgang Informationen auch in großer Fülle und Breite (wie bspw. die wikileaks-Veröffentlichungen zu US-Militärdokumenten zum Iran und Afghanistan oder den vertraulichen US-Depeschen des US-Außenministeriums) sehr leicht zugänglich und verteilbar würden. Insgesamt ein interessanter Vortrag, nur 2 Anmerkungen zum Titel und den dazugehörenden Ausführungen:

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E(r)lernen: Zukunftskonzepte zur Lehre mit den neuen Medien

Die E-Learning Tagung an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin (Twitter: #erlernerHWR) war kurz und sehr subjektiv gesagt ein voller Erfolg: eine für Tagungen übersichtliche, aber nicht zu geringe Zahl an Teilnehmer/innen, die aus verschiedenen Bereichen, Organisationen und Institutionen mit einiger Erfahrung im E-Learning kamen und die anregende und intensive Diskussionsathmosphäre prägten. Es mag ja bei anderen E-Learning Tagungen in ähnlicher Weise effektiv sein, aber mit einem doch größeren Plenum dennoch eine interessante Seminar-Athmosphäre bei Vorträgen zu schaffen, gelingt nicht überall. Dazu gehörten bestimmt auch die publikumsaktivierenden Methoden, Gruppendiskussionen zu strukturieren oder wer-den-Ball-fängt-muss-sprechen Einlagen (bitte das nächste Mal mit Softball!), aber definitiv die interessanten Themen und die Vortragsweise.

Aufgefallen ist es mir am Vortrag von Prof. Spannagel über neue Ideen mit digitalen Medien gestützte Lehre umzusetzen und v.a. das Konzept des flipped /inverted classroom. Merke: Web 2.0 hängt nicht nur mit Technik zusammen, sondern auch mit der (menschlichen) Art es zu benutzen, darzustellen etc. Da fällt selbst Mathematik leicht(er)… und hängt damit zusammen, dass das Thema “Das Lerner-Selbst stärken in Blended-Learning-Szenarien” hieß; selten erlebt, dass es im Lernen um die Lernenden geht, aber im Zusammenhang mit Lernen 2.0 sind auch andere Ideen und Konzepte zum Umgang mit Menschen in Lernzusammenhängen gefragt!

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Interview: Virtuell-aufsuchende Jugendarbeit – Straßensozialarbeit 2.0

Für die Initiative ‘Dialog Internet’ habe ich Tilmann Pritzens interviewt, Straßensozialarbeiter beim Berliner Träger Gangway e.V.. Hier ist das komplette Interview, wg. der Länge musste es im ‘Dialog Internet’ in zwei Teilen veröffentlicht werden.

Virtuell-aufsuchende Jugendarbeit: Straßensozialarbeit 2.0
Interview mit Tilmann Pritzens, Gangway e.V.

Tilmann Pritzens ist Sozialarbeiter und auf der Straße unterwegs. Er arbeitet bei Gangway e.V., [1] einem Berliner Träger für Straßensozialarbeit, und ist mit seinen Kolleg/innen in kleineren Teams pro Bezirk organisiert. Gibt es Probleme für Jugendliche und junge Erwachsene können sie sich an das Team wenden: Wohnung weg, Ausbildung, Schulden, Problemen mit Drogen, Arbeitssuche, Obdachlosigkeit u.v.m.; alles, was junge Menschen betrifft, die sich im öffentlichen Raum aufhalten. Diese Arbeit lebt von dem Vertrauensverhältnis zwischen Streetworkern und Jugendlichen und legt den Kontakt von Angesicht zu Angesicht nahe. Das ist größtenteils auch so, aber verstärkt leben die Jugendlichen im Netz: sie chatten und sind in sozialen Netzwerken unterwegs [2], wo sie ihre Fragen klären wie auf der Straße auch. Deshalb sind manche Teams des Gangway e.V. online präsent: man kann sie über verschiedene Chats, in mehreren sozialen Netzwerken und per e-mail erreichen oder auf der Website direkt Fragen an sie stellen. Tilmann Pritzens ist mit seinem Team auf mehreren Ebenen im Netz aktiv und schildert im Interview die Gründe.

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Ubuntu 12.04 auf dem Netbook

Nun muss ich doch wenigstens eine kurze Notiz zur Computer-Bastelei posten: auf dem Netbook Toshiba-AC100, das mit Android 2.2 ausgeliefert wird, läßt sich nach einigen Anleitungen im Netz Ubuntu installieren, das als komplettes Betriebssystem wesentlich mehr Möglichkeiten bietet als ein leider veraltetes Android. Da ich gerne mit Open Source und Linux arbeite (auch mit Android!) möchte ich die Anleitung der Netzöffentlichkeit natürlich nicht vorenthalten (community & sharing). Außerdem ist mir geglückt den Multi-Messenger Pidgin mit mehreren Konten einzurichten, so dass facebook (chat), twitter, icq, jabber, irc und identi.ca (es sind noch weitaus mehr möglich) mit einer einzigen Software abgerufen und benutzt werden können (ja, Pidgin gibt es auch für Windows…). Helferseiten im Netz gibt es viele, die wichtigsten waren: Erfahrungsbericht Toshiba-A100, ARM-Community, Ubuntu-Wiki.

Enjoy Linux!

medienimpuls – Tablets in Kinderzimmern und Schulen

Bei der diesjährigen ‘medienimpuls’ Veranstaltung der FSF und FSM ging es um den Einsatz von Tablets im Unterricht und deren Einzug in Kinderzimmer, da sie so leicht zu bedienen sind und dieser Vorteil auch zum Lernen ausgenutzt werden kann. Leider hat die Referentin, Fr. Ludwig von der Uni Mainz, weder in der vorgestellten Studie noch im Vortrag einen angemessenen Abstand von den iPads der Firma Apple genommen, so dass der Eindruck entstand, es gebe weder adäquate Alternativen zu den Geräten, noch zu den Apps aus dem Apple Store. Das wäre noch zu verschmerzen, denn beide Alternativen existieren, und zwar prächtig; wichtiger war m.E. der klassische Umkehrschluss: wir brauchen mediendidaktische Konzepte, um den Einsatz und Mehrwert von Tablets in Schulen, Verwaltungen und Öffentlichkeit darstellen und rechtfertigen zu können.

Entgegen ihrer bisweilen aufblitzenden eigenen praktischen Orientierung die Geräte mit neuen Ideen einfach einzusetzen trägt diese Argumentation in weniger technik-affinen oder zumindest -aufgeschlossenen Behörden die Züge einer Hase-und-Igel Taktik, die gerne zur Vermeidung eingesetzt wird: die Geräte könnten wir ja anschaffen, wenn wir didaktische Konzeptionen hätten, da wir diese nicht haben, schaffen wir sie auch nicht an. Somit das logische Aus für Erneuerung und die Idee bleibt bei persönlichem Engagement, Freizeitvernichtung durch selbsttätige Fortbildungen, Unterrichtsentwürfe selbst basteln, Tutorials durchackern, Kontakte knüpfen, Einrichtung von Technik in der Schule am Wochenende bei gleichzeitiger Skepsis und fehlender Unterstützung von Kolleg/innen mit hohen Ansprüchen hängen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Podium 1 der internationalen Konferenz zu #eparticipation, Tag 2

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Endlich auch #opensource Menschen auf dem Podium sowie Praktiker/innen, die Partizipation ausprobieren: Wikis, mobile Projekte und wiederum: Finnland (sic!)  mit ihrem Portal zur Beteiligung von Jugendlichen im urbanen Raum.

Hier der Bericht im Dialog Internet.

eParticipation: youthpart international conference on youth participation in the digital society

Am ersten Tag der internationalen Konferenz war das Publikum zahlreich und bunt gemischt: international eben, die Synchron-Übersetzungen lohnen sich also.

Was sich auch lohnt und an obige Veranstaltungen anschließt: die Diskussionen werden alle akribisch transparent in Etherpads dokumentiert, es wird getwittert (#epart12) und wo es geht gepostet aber auch in Arbeitsgruppen, nein: in Gruppendiskussionen nach den inhaltlich einleitenden Podien je nach Vorlieben wählbar diskutiert.

Die Diskussion zum ersten Podium „eParticipation in society – the big picture“ unter Federführung von Dr. Jan-Hinrik Schmidt (mit DeTe!) hat mir gezeigt, dass die Auffassungen über die Breitenwirkung von jugendgerechten Möglichkeiten zur Betreiligung im und mit dem Netz sehr unterschiedlich sind. Vor allem sind staatlich initiierte Portale, Netze oder Initiativen sehr kritisch und kontrovers beurteilt worden, so dass mein Fazit für den Tag 1 der Konferenz so ausfällt: vielleicht sind wir ja ’nur’ die early adopters, die Chancen erkennen, die Technik dazu haben oder entwickeln, aber nicht genau wissen, wie wir die Jugendlichen nun dazu bewegen sollen, sie auch sinnvoll zu nutzen. Eine sehr pädagogische und good-will geprägte Einstellung. Vielleicht aber müssen wir uns auch daran gewöhnen, dass unsere Zielgruppe die Werkzeuge, die sie nutzen möchte, einfach nur vorfinden will, um sie für ihre eigenen Zwecke einzusetzen. Vielleicht müssen wir ihnen nur den Raum eröffnen, betreten werden sie ihn selber oder eben nicht. Partizipation von oben geht nicht; und in die Bahnen lenken, die uns gefallen, auch nicht. Vielleicht heißt eParticipation ja auch, Instrumente aus der Hand zu geben und uns überraschen lassen, was wer wann & wie damit anfängt. Spannend wär’s!

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