DE:BUG beendet Print-Leben

Jetzt ist es passiert: De:bug, „das letzte relevante Print-Medium“ beendet seine Existenz am Kiosk. Sehr überraschend und nicht im Heft, sondern angemessen als Blog-Posting im Netz veröffentlicht, wird die nächste De:bug 181 (04/2014) die letzte Print-Version werden. Ob es im Netz weitergeht oder in welcher Form auch immer ist noch unklar, superschade hingegen die offenbar finale Entscheidung. Das ‚Magazin für elektronische Lebensaspekte‘, auch hier mal rezensiert (update: gerade twittert De:bug ihren Artikel als pdf zur #didacta14), war bei mir einfach immer vorne, wenn es um elektronische, digitale Musik ging (no. 1) weitab vom Massen_Techno. Skurrile, eigenmächtige Musiker/innen, DJ’s und DJanes, seltsame Mischungen von Stilen oder das Neuerfinden ihrer selbst in Subkategorien mit mehr oder minder klingenden Namen haben Rezensionen geschaffen, die selbst als eigenständige Kunststücke gelten können und motiviert haben sich „das mal anzuhören…“. Direkt nebenan die Abteilung „wie verändert das Internet/Digitale?“ uns, den Alltag, die Musik, Vertriebswege, Partys etc. (no. 2) – sie war einfach das kulturelle Echolot der mehr als dynamischen Umbrüche seit Y2K (und davor).

Oft waren die Themen gerade mal in der Diskussion angekommen, wurden sie in der De:bug schon seitenweise schlau besprochen (digital & mobil, Ubiquitous / Pervasive / Wearable Computing, Streaming, P2P, Pop & Gesellschaft & Technik & …). Kein Wunder, dass sich etliche Leser/innen wundern ob des schnellen Endes und Modelle vorschlagen, wie es weitergehen könnte (Crowdfunding etc.), weil die De:bug wg. der inhaltlichen Trennschärfe und dem Finger in der Wunde/am Puls der Zeit eine verlässliche Größe ist/war, die man nicht aufgeben möchte (/me too). Kalt erwischt! Es bleibt zu hoffen, dass es andere Modelle geben wird, die „den langen Text, den schweren, wenn es sein muss, den gewichtigen“ ermöglichen, ohne sich komplett zu verheizen: „Die Welt explodiert in Medien, die Konkurrenz für umsonst ist überall, die Margen werden immer kleiner und die Mischkalkulationen immer ausufernder.“ Denn Reflexionsebenen und -medien brauchen wir (alle) und sei es auch nur, um Filter Bubbles zu sprengen!

Über bdoerr
Medienpädagoge, Dozent, Berater für digitales Leben: e-learning, Medienbildung, web 2.0, Projekte, Fortbildungen, open source, social media, Linux, soziale Netzwerke

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