Safer Internet Day 2012

Beim diesjährigen Safer Internet Day waren die Aktivitäten wieder auf Sicherheit im Netz ausgerichtet: den vormittäglichen Workshop/Kurs zum Computerführerschein ‚comp@ss‘ habe ich auf die Sicherheitsaspekte der anzusprechenden Themen ausgerichtet. Beide 6. Klassen haben durchaus Neues erfahren, wenn es um Browsereinstellungen, sichere Suchmaschinen (z.B. ixquick) oder Antiviren-/Firewall-Programme ging. Soziale Netzwerke kamen natürlich auch zur Sprache, immerhin sind die Fotos ’nur für Freunde‘ sichtbar, aber was mit die Gesichtserkennung, das Taggen von Personen oder Lokalisierungsdienste bei Facebook angeht: es gibt Nachholbedarf!

Die Nachmittagsveranstaltung: der ‚Fachdialog Online-Sucht‘, veranstaltet von der ‚Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin‘, der sich in zwei Vorträgen mit der Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch exzessives Spielen am PC und den Erfahrungen mit Elternkursen zur Mediennutzung in der Familie beschäftigt hat.

Fachdialog Onlinesucht - Fachtstelle für Suchtprävention Berlin, 7.2.12Im ersten Vortrag ging Hr. Rosenkranz von der Universität Hamburg auf die im März 2012 zu veröffentlichende Studie ein, die die „Perspektiven auf die exzessive Computer- und Internetnutzung Jugendlicher in betroffenen Familien“ untersucht hat. Ein interessanter Vortrag: es war nicht nur die Ablehnung monokausaler Argumentationen zur Analyse von süchtigem Verhalten im Vortrag sichtbar, sondern der Schwerpunkt der Studie liegt eindeutig auf der lebensweltlichen Komplexität eines „betroffenen“ Jugendlichen, die zusammen mit einer individualpsychologischen Untersuchung erst Aussagen über süchtiges Verhalten treffen kann. Auch der reine zeitliche Faktor ist nicht ausschlaggebend, sondern die Bedingungen, in denen Kinder und Jugendliche aufwachsen. Damit gibt es Untersuchungsfragen und -felder, die eine starke Aussagekraft haben und Interventionen unterschiedlichster Art und Instanzen erlauben, v.a. den betroffenen Jugendlichen damit in seiner Lebenswelt antreffen. Leider wird diese Studie erst im März vom Familienministerium veröffentlicht.

//update: die Veröffentlichungen der Studie starten: am 14. März in Berlin und am 26. April in Potsdam.//

Der zweite Vortrag von Michaela Graf von der Fachstelle schilderte die praktischen Erfahrungen, die sie in den Elternkursen zur Mediennutzung gemacht hat: Fragen, Zweifel und Unzulänglichkeiten der Eltern kommen Medienpädagog/innen sehr bekannt vor und es war mir eine Freude zu hören, dass wir im Umgang damit auf einer Wellenlänge schwimmen, da scheint professionelles Handeln zu funktionieren! Die wichtigsten Aspekte waren:

  • die Begleitung der Kinder und Jugendlichen, d.h. Interesse zeigen und mitgehen,
  • selbst medienkompetent werden, d.h. sich mit den technischen Fragen und ihren sozialen Auswirkungen beschäftigen
  • Regeln für die Mediennutzung finden, vorzugsweise durch Diskussion
  • im Gespräch bleiben und über einzelne Aspekte der Spiele- oder Internetnutzung diskutieren, bspw. Profile in sozialen Netzwerken, Ästhetik von Avataren etc.

Insgesamt eine gelungene Veranstaltung bei der der Hinweis auf Initiativen wie den Fortbildungsträger BITS21 im Medienbereich, das LISUM Berlin-Brandenburgjugendnetz-berlin.de, die Medienkompetenzzentren der Bezirke oder auch Eltern-Medien-Trainer nicht fehlen durfte, die in diesen Felder seit einigen Jahren unterwegs sind.

Über bdoerr
Medienpädagoge, Dozent, Berater für digitales Leben: e-learning, Medienbildung, web 2.0, Projekte, Fortbildungen, open source, social media, Linux, soziale Netzwerke

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