done: a step forward…

Im Open Course (#opco11) des Frankfurter ‚studiumdigitale‚ & Dr. Jochen Robes & v.a. habe ich mich schon auf den Beitrag von Michael Kerres (Uni Duisburg, learning lab) gefreut, weil er „Personal Learning Environments“ behandelt, die mich ja durchaus interessieren, wie mein podcast zeigt. Aber der Vortrag [hier] (als Aufzeichnung der gesamten Session auf der streaming Plattform ustream.tv) oder [hier] (nur der Vortrag plus Folien bei online-campus.net) ging über die Möglichkeiten, Web 2.0 Anwendungen für das Lehren/Lernen einzusetzen hinaus.

Seltsam, wie manchmal Entwicklungen gleichzeitig von verschiedenen Ecken in ähnliche Richtungen gehen: der Hype um facebook ist vorbei, seine Chancen für das Lernen genutzt zu werden ebenso, denn der Aufbau folgt einem Modell, das überwunden scheint. Für ein neues soziales Netzwerk steht „Diaspora“, mit allen Ecken und Kanten, die Alpha-Versionen so haben, ist aber entwicklungsfähiger als facebook und erste Wanderbewegungen setzen ein. Dazu verlieren die „Learning Management Systems“ (LMS) ihren Reiz, weil sie die Vernetzungen und den Community-Gedanken der aktuellen sozialen Netzwerke nicht abbilden können. Das sollten sie auch nie, macht sie aber in den Augen der User unattraktiv.

In die Gleichzeitigkeit des Todes von facebook und LMS und dem Aufstieg von weiterentwickelten Netzwerken wie Diaspora bringt Kerres die Idee und auch schon die Umsetzung einer „Social Learning Platform“ ein: das learning lab hat auf ihrer online-campus Seite Hinweis hier ein Drupal (CMS) derart gestaltet, dass es mit dem klaren Schwerpunkt auf das Lernen Features von sozialen Netzwerken integriert und die User in den Mittelpunkt stellt, d.h. community bilden, Aktivitäten starten, austauschen. Naheliegend, dass konstruktivistische Lernmodelle für eine solche Lernumgebung gut geeignet sind Themen-Settings zu entwickeln.

Der Hauptaspekt ist für mich dabei die Umsetzung der Erkenntnis, dass die bisherigen sozialen Netzwerke die Gleichzeitigkeit von teils sehr verschiedenen Gruppenzugehörigkeiten und damit die Unterschiede innerhalb einer Identität (Rollenzugehörigkeiten, Selbstentwürfe, Interessenslagen) nicht abbilden können, dies aber die Lebensrealität ist. Inwiefern virtuelle/online/computer-based Services eine riesige Reflektionsfläche für unser Selbstverständnis als handelnde Subjekte sind und zur Selbstvergewisserung dienen taucht als Frage (mal wieder) auch noch auf.

In der Anwendung wird versucht diesem Umstand Rechnung zu tragen, indem dem Studierenden mehrere Gruppen-Aktivitäts- und Kommunikations-Streams angeboten werden, d.h. das Spektrum wird in Richtung real life-Erleben ausgeweitet. Das Alles im Kontext des universitären Lernens, d.h. es muss keine Games geben, nicht bunt und mit Werbung daherkommen, sondern beschränkt sich auf die Verfügbarkeit vieler Kanäle gleichzeitig, fokussiert auf Lernaktivitäten.

Somit kommt mir es vor wie die Umsetzung einer Personal Learning Environment, die Web 2.0 Tools versammelt und notwendig auf technische Bedienbarkeit setzt (Medienkompetenz!), auf die soziale Ebene, auf der möglichst viele Kommunikationskanäle versammelt werden. Vielleicht ist es nicht der nächste facebook-Meilenstein, aber so ist es eins bestimmt: ein Schritt weiter!

Über bdoerr
Medienpädagoge, Dozent, Berater für digitales Leben: e-learning, Medienbildung, web 2.0, Projekte, Fortbildungen, open source, social media, Linux, soziale Netzwerke

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