Lernen mit einer PLE

Diesmal bestand die Semesteraufgabe darin einen Podcast zu erstellen, was mir sehr viel Spaß gemacht hat, erinnert es mich doch an die radio battles in nexx-media und an die Podcasts mit Schulklassen u.a.. Als Thema hatte ich PLE’s gewählt – Personal Learning Environments. Wie sollen diese zum Lernen einsetzbar sein?

Eine PLE ist erstmal eine selbst zusammengesetzte internet- u. browser-basierte Ansammlung von mehr oder weniger mit- und ineinander verschachtelten Tools. Die aus dem Web 2.0 stammenden Services listen Nachrichten auf, befördern kooperatives und kollaboratives Arbeiten, teilen Bilder, Texte, Videos und Podcasts und sind so einzigartig wie diejenigen, die sie erstellt haben. Der/die User haben mehrere, viele, sehr viele oder nur wenige Anwendungen um sich versammelt und nutzen diese, um allein oder mit Anderen Themen zu erarbeiten, Fragestellungen zu lösen, ein Wissensgebiet gemeinsam für ein Seminar vorzubereiten oder Materialsammlungen anzulegen. Wie schon ersichtlich ist: es geht stark um das explorative Lernen, bei dem sich der/die Lernende größtenteils selbst um die Inhalte kümmert und ggf. nur Links, Suchstichworte oder Autor/innen vorgegeben sind. Da es sehr sehr viele v.a. Web 2.0 Anwendungen gibt, die für diese Zwecke einsetzbar sind, ist es dem/der User/in überlassen, welche zu welchem Zweck eingesetzt werden. Hier haben Einige ihre PLE als Grafik verdeutlicht.

Wenn ich von der konstruktivistischen Sicht auf das Lernen ausgehe, sind PLE ein ideales Mittel, um Lernenden ein Set an Lerninstrumenten in der Art zu ermöglichen, die sie brauchen und mittels derer sie an bereits vorhandenes Wissen auf mehreren Ebenen anschliessen können:

– für die Erstellung einer persönlichen Lernumgebung ist Medienkompetenz vonnöten, da Lernende nicht nur Tools kennen(lernen), sondern auch ihre Brauchbarkeit für den Lernprozess einschätzen müssen

– somit werden sie von ihrem Kenntnisstand ausgehen und sich in einem Rechercheprozess diejenigen Tools dazunehmen, mit denen sie auf „ihrem Level“ umgehen können, die sie aber gleichzeitig auch weiterbringen

– auf der inhaltlichen Ebene sind Wissensstände schnell aufzustocken, da die Recherchen im Netz zu fast jedem Thema sehr viel Material liefern und der Horizont erweitert wird

– Lernende müssen in diesem Prozess Klarheit über ihre eigene Lernstrategie gewinnen, denn sie werden nur die Anwendungen gewinnbringend nutzen (können), die in ihren eigenen Prozess passen

– genauso verhält es sich mit der Selbstorganisation: mit dem momentanen mehr oder weniger reflektierten Stand fängt man an und organisiert den weiteren Lernprozess selbst, das kann (sollte?) die Erweiterung von Grenzen bedeuten, bspw. der Effektivität eigenen Lernens

Nicht vergessen: die Inhalte werden in den Web 2.0 Anwendungen oft mit einer Funktion zum (Weiterver-)Teilen angeboten (Sharing), so dass niemand alleine Inhalte ungehört ins Netz stellt, sondern sie Anderen zur Verfügung stellt und selbst auch von Anderen Inhalte nutzen kann.

Die Voraussetzung einer erfolgreichen Arbeit mit einer eigenen Lernumgebung ist die Angemessenheit des Mittels PLE, um ein (gesetztes) Lernziel zu erreichen. Nicht alle Lerninstrumente passen zu allen didaktischen Settings. Wie bei allen Web 2.0 Tools sind die Rahmenbedingungen, Konsequenzen und Auswirkungen auf die Lernenden, die Thematik, die Bildungsinstitution und die Lehrenden zu untersuchen und zu bedenken, um herauszubekommen, ob dieses Instrument jetzt das richtige ist.

Den Podcast zu Personal Learning Environments werde ich in handhabbaren Teilen nach einer Überarbeitung hier veröffentlichen und danke vorab Frau Buchem für ihr Engagement und ihr für mich gewinnbringendes Feedback!

Hier sind die ersten beiden Teile:

PLE-Podcast, Teil 1 (ca. 4 Min.)

PLE-Podcast, Teil 2 (ca. 5,5 Min.)

und das Literatur- u. Tool-Verzeichnis (gilt auch für die kommenden Teile).

Über bdoerr
Medienpädagoge, Dozent, Berater für digitales Leben: e-learning, Medienbildung, web 2.0, Projekte, Fortbildungen, open source, social media, Linux, soziale Netzwerke

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