Hackpad: multimediale Etherpads für das gemeinsame Schreiben

Folgender Artikel ist auch hier erschienen: Medienpädagogik Praxis Blog

Viele Aktive aus der Medienpädagogik und dem Web/Online Lernen kennen Etherpads zum kooperativen und kollaborativen Arbeiten. Gerade Etherpad Lite eignet sich prima, um online schnell ein Protokoll, einen Referats- oder Artikelentwurf zusammen mit Anderen aufzusetzen. Diese Pads sind prinzipiell öffentlich über ihre Adresse erreichbar, einziger Haken dabei ist der Funktionsumfang: viel mehr als Text, Farben und Links geht nicht.

Heute geht es um ein Pad, das den Vorteil des synchronen und kollaborativen Arbeitens mit einem größeren Funktionsumfang verbindet: Hackpad.com! Es ist schlicht ein kostenloser Service, der ein übersichtliches, zeitgleiches Schreiben von mehreren Nutzern mit einigen Funktionen einer installierten Software anbietet, ähnlich den Online Office Suites von Zoho oder Google. Es sind Etherpads in chic und multimedial, einziger Haken dabei: lesen darf jede/r, schreiben nur nach Registrierung (extra oder mit Facebook / Google+ Account).

Aber dafür gibt es einiges an Features, die man sich für Etherpads schon lange gewünscht hat:

  • übersichtlicher Aufbau: das Pad wird rechts und links von mitlaufenden Icons für die registrierten und eingeloggten User begleitet, so dass jede/r sehen kann, wer was geschrieben hat, die Farben anderer Pads entfallen und es wird aus Überschriften automatisch ein Inhaltsverzeichnis seitlich erstellt
  • Einladungen mit der URL des Pads werden in eine Box eingegeben und Hackpad schickt sie per Mail (oder Facebook) weiter
  • niemand verpasst etwas: an die Follower eines Pads werden Veränderungen per Mail verschickt
  • in der Menüleiste steckt ein @-Button: damit werden Pads und User verknüpft
  • es ist (wirklich) mobilgerätefähig!
  • Pads können über hashtags oder in eigenen Sammlungen organisiert werden
  • über die URL können folgende Medien eingebettet (nicht nur verlinkt!) werden: Youtube Videos, Twitter, Soundcloud, Google Maps, Vimeo, Flickr, Tumblr, Slideshare, Prezi – und das in einem Etherpad!
  • Für Code-Liebhaber/innen: ja, das passt in die Code-Box! LateX schreiben übrigens auch…
  • Verlinkung mit Dropbox-Dateien inklusive
  • eine API ist vorhanden
  • eine Subdomain gibt es gegen Bezahlung (https:<ihrName>.Hackpad.com), z.B. zur Organisierung von Gruppenarbeiten

Wenn das mal nichts ist?! Begeistert bin ich v.a. von der Übersichtlichkeit beim gleichzeitigen Schreiben und von den eingebetteten Videos und Präsentationen – das hat in Etherpads völlig gefehlt und bereichert ein Dokument um den vernetzten Web 2.0 Gedanken, alles an Inhalten und Formaten in einen Text werfen zu können, was dazugehört. Somit sind bspw. Projektdokumentationen in einem Hackpad statt einem Blog machbar, wenn es über eine Seite nicht hinausgehen soll, mehrere Seiten können natürlich auch verlinkt werden; oder Texte mit Fotos über eine Erkundung im Stadtteil oder eine Prezi für ein Referat oder…

Rechtliches: der Service ist ab 13 Jahren, anders als Facebook beansprucht Hackpad keine Rechte an dem Content der User, behält sich aber die Löschung von ungesetzlichem Inhalt vor; wen’s betrifft: „All content posted on the Service is must comply with U.S. copyright law.“ Hackpad setzt ‘Google Analytics’ oder ‘Mixpanel’ ein, um Nutzungsdaten des Service zu sammeln.

Alles in allem ein super Service, die Registrierung erlaubt viel weitere Freiheiten und Möglichkeiten als andere Etherpads und viele Optionen für viele Szenarien! Hackpad!

Technik & Bildung: De-bug Special ‘Neustart Bildung’

FYI – In der aktuellen Print-Ausgabe der De-bug findet sich ein Special ‘Neustart Bildung’. Eine Zeitschrift über ‘Elektronische Lebensaspekte, Musik, Medien, Kultur & Selbstbeherrschung’, die sich mit Bildung beschäftigt? Soweit sie sonst immer weit vorne sind: interessant! Wann die 4 Artikel online gestellt werden? Mal nachfragen, hier jetzt ein Überblick als Info:

(1) ‘Neustart Lernen – Wie Technik die Bildung verändert’ – startet mit der Betrachtung der These, dass Technik neue, demokratischere Bildungsformen und Wissen transportieren kann (Reform durch Technik), die sich auch im allseits herausgestellten internet-based Machtverlust von (Bildungs-)Autoritäten wiederfindet.

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Kongress “Keine Bildung ohne Medien”

Heute war also der Auftakt zum Kongress „Keine Bildung ohne Medien“, dessen Manifest Medienbildung als gesellschaftspolitische Aufgabe und die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung in der Verantwortung sieht. So betonte der Sprecher der Initiative, Prof. Dr. H. Niesyto, in seiner Rede zu Beginn der Tagung, dass es einiger und langfristiger Arbeit bedarf, um diese Ziele umzusetzen. Der Kongress kann und muss ein Signal sein, Medienkompetenz und Medienbildung als gesamtgesellschaftliche Bildungsaufgabe zu begreifen und in Bildungsgängen zu verankern.

Dazu wurden in Arbeitsgruppen die verschiedenen Punkte des Manifests mit dem Ziel diskutiert sie konkreter zu fassen und in Forderungen und Statements zu formulieren.

Die Arbeitsgruppe „Aktive Medienarbeit in Zeiten des Web 2.0“ versuchte sich dem aktuellen Stand mit einem Rückblick in frühere theoretische wie praktische Begriffe von Medienarbeit zu nähern und die Frage zu beantworten, was das Neue an den heutigen Technologien, Geräten und Web 2.0 Services einerseits ausmacht und was es andererseits für die Medienarbeit und Medienpädagogik heißt. Die Frage bekommt vor dem Hintergrund kommerzieller Angebote eine weitere Dimension: wie können medienpädagogische (Web 2.0-) Angebote attraktiv aufgebaut werden, da Medienpädagog/innen nicht die Einzigen sind, die Kinder und Jugendliche ansprechen? Andererseits kommt die Frage auf, ob Medienkompetenz, ursprünglich nach D. Baacke, als Begriff noch ausreicht oder ob nicht auch die theoretische Fundierung, nach Handlungs- und Prozessorientierung aufgeteilt, in eine Medienkompetenz 2.0 münden muss, wie die Diskussion um die Begriffe Medienbildung und media literacy zeigen.

Die nach der Aufteilung in Untergruppen zurückgeführten Diskussionsergebnisse und die daraus entstandene Positionierung wird in das Gesamtergebnis des Kongresses eingehen und hoffentlich auf der Seite der Initiative veröffentlicht.

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