Technik & Bildung: De-bug Special ‘Neustart Bildung’

FYI – In der aktuellen Print-Ausgabe der De-bug findet sich ein Special ‘Neustart Bildung’. Eine Zeitschrift über ‘Elektronische Lebensaspekte, Musik, Medien, Kultur & Selbstbeherrschung’, die sich mit Bildung beschäftigt? Soweit sie sonst immer weit vorne sind: interessant! Wann die 4 Artikel online gestellt werden? Mal nachfragen, hier jetzt ein Überblick als Info:

(1) ‘Neustart Lernen – Wie Technik die Bildung verändert’ – startet mit der Betrachtung der These, dass Technik neue, demokratischere Bildungsformen und Wissen transportieren kann (Reform durch Technik), die sich auch im allseits herausgestellten internet-based Machtverlust von (Bildungs-)Autoritäten wiederfindet.

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DeLFI 2012

Die 10. e-Learning Fachtagung Informatik – DeLFI 2012 – von der Fachgruppe e-learning der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) in der FernUniversität in Hagen veranstaltet, wartete mit einem vollen Programm auf, das gleich am ersten Tag mit meinem momentan bevorzugten (Reiz-)Thema „mobile learning“ als Workshop startete. Wie | hier | nachzuschauen und zu lesen, wurden mehrere Apps aus unterschiedlichsten Bereichen vorgestellt, die Lernziele mit Anwendungen auf mobilen Geräten erreichen wollten.

Bei den Nachfragen zu den Präsentationen haben allerdings Themen dominiert, die die didaktischen Szenarien mancher Apps hinterfragten: sind bspw. testbasierte Apps (Abfragen, Zuordnungen etc.) nicht wieder ein Rückgriff auf Konzepte des programmierten Unterrichts? Oder geht es noch weiter in Richtung von ‘drill and practice’-Programmen? Wo bleiben die Besonderheiten z.B. von social media, die in der Diskussion um ihren Einsatz für das Lehren und Lernen stehen?

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Interview: Virtuell-aufsuchende Jugendarbeit – Straßensozialarbeit 2.0

Für die Initiative ‘Dialog Internet’ habe ich Tilmann Pritzens interviewt, Straßensozialarbeiter beim Berliner Träger Gangway e.V.. Hier ist das komplette Interview, wg. der Länge musste es im ‘Dialog Internet’ in zwei Teilen veröffentlicht werden.

Virtuell-aufsuchende Jugendarbeit: Straßensozialarbeit 2.0
Interview mit Tilmann Pritzens, Gangway e.V.

Tilmann Pritzens ist Sozialarbeiter und auf der Straße unterwegs. Er arbeitet bei Gangway e.V., [1] einem Berliner Träger für Straßensozialarbeit, und ist mit seinen Kolleg/innen in kleineren Teams pro Bezirk organisiert. Gibt es Probleme für Jugendliche und junge Erwachsene können sie sich an das Team wenden: Wohnung weg, Ausbildung, Schulden, Problemen mit Drogen, Arbeitssuche, Obdachlosigkeit u.v.m.; alles, was junge Menschen betrifft, die sich im öffentlichen Raum aufhalten. Diese Arbeit lebt von dem Vertrauensverhältnis zwischen Streetworkern und Jugendlichen und legt den Kontakt von Angesicht zu Angesicht nahe. Das ist größtenteils auch so, aber verstärkt leben die Jugendlichen im Netz: sie chatten und sind in sozialen Netzwerken unterwegs [2], wo sie ihre Fragen klären wie auf der Straße auch. Deshalb sind manche Teams des Gangway e.V. online präsent: man kann sie über verschiedene Chats, in mehreren sozialen Netzwerken und per e-mail erreichen oder auf der Website direkt Fragen an sie stellen. Tilmann Pritzens ist mit seinem Team auf mehreren Ebenen im Netz aktiv und schildert im Interview die Gründe.

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Safer Internet Day 2012

Beim diesjährigen Safer Internet Day waren die Aktivitäten wieder auf Sicherheit im Netz ausgerichtet: den vormittäglichen Workshop/Kurs zum Computerführerschein ‘comp@ss’ habe ich auf die Sicherheitsaspekte der anzusprechenden Themen ausgerichtet. Beide 6. Klassen haben durchaus Neues erfahren, wenn es um Browsereinstellungen, sichere Suchmaschinen (z.B. ixquick) oder Antiviren-/Firewall-Programme ging. Soziale Netzwerke kamen natürlich auch zur Sprache, immerhin sind die Fotos ‘nur für Freunde’ sichtbar, aber was mit die Gesichtserkennung, das Taggen von Personen oder Lokalisierungsdienste bei Facebook angeht: es gibt Nachholbedarf!

Die Nachmittagsveranstaltung: der ‘Fachdialog Online-Sucht’, veranstaltet von der ‘Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin’, der sich in zwei Vorträgen mit der Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch exzessives Spielen am PC und den Erfahrungen mit Elternkursen zur Mediennutzung in der Familie beschäftigt hat.

Fachdialog Onlinesucht - Fachtstelle für Suchtprävention Berlin, 7.2.12Im ersten Vortrag ging Hr. Rosenkranz von der Universität Hamburg auf die im März 2012 zu veröffentlichende Studie ein, die die „Perspektiven auf die exzessive Computer- und Internetnutzung Jugendlicher in betroffenen Familien“ untersucht hat. Ein interessanter Vortrag: es war nicht nur die Ablehnung monokausaler Argumentationen zur Analyse von süchtigem Verhalten im Vortrag sichtbar, sondern der Schwerpunkt der Studie liegt eindeutig auf der lebensweltlichen Komplexität eines „betroffenen“ Jugendlichen, die zusammen mit einer individualpsychologischen Untersuchung erst Aussagen über süchtiges Verhalten treffen kann. Auch der reine zeitliche Faktor ist nicht ausschlaggebend, sondern die Bedingungen, in denen Kinder und Jugendliche aufwachsen. Damit gibt es Untersuchungsfragen und -felder, die eine starke Aussagekraft haben und Interventionen unterschiedlichster Art und Instanzen erlauben, v.a. den betroffenen Jugendlichen damit in seiner Lebenswelt antreffen. Leider wird diese Studie erst im März vom Familienministerium veröffentlicht.

//update: die Veröffentlichungen der Studie starten: am 14. März in Berlin und am 26. April in Potsdam.//

Der zweite Vortrag von Michaela Graf von der Fachstelle schilderte die praktischen Erfahrungen, die sie in den Elternkursen zur Mediennutzung gemacht hat: Fragen, Zweifel und Unzulänglichkeiten der Eltern kommen Medienpädagog/innen sehr bekannt vor und es war mir eine Freude zu hören, dass wir im Umgang damit auf einer Wellenlänge schwimmen, da scheint professionelles Handeln zu funktionieren! Die wichtigsten Aspekte waren:

  • die Begleitung der Kinder und Jugendlichen, d.h. Interesse zeigen und mitgehen,
  • selbst medienkompetent werden, d.h. sich mit den technischen Fragen und ihren sozialen Auswirkungen beschäftigen
  • Regeln für die Mediennutzung finden, vorzugsweise durch Diskussion
  • im Gespräch bleiben und über einzelne Aspekte der Spiele- oder Internetnutzung diskutieren, bspw. Profile in sozialen Netzwerken, Ästhetik von Avataren etc.

Insgesamt eine gelungene Veranstaltung bei der der Hinweis auf Initiativen wie den Fortbildungsträger BITS21 im Medienbereich, das LISUM Berlin-Brandenburgjugendnetz-berlin.de, die Medienkompetenzzentren der Bezirke oder auch Eltern-Medien-Trainer nicht fehlen durfte, die in diesen Felder seit einigen Jahren unterwegs sind.

Podcast mit Tim Pritlove (Chaosradio Express): Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen

Sehr schön: ausführliches und thematisch sehr weites Gespräch über Kinder, Medien, Jugendliche, Eltern, Fernsehen, Computer und was mensch in- u. außerhalb von Schulen und Elternhäusern damit anfangen kann. Sinnhaftigkeiten wie Workshops zu Datensicherheit und Privatsphäreneinstellungen und Sinnloses wie Netzsperren und Zensursula oder Einschränkungen der Netzneutralität kamen ebenfalls zur Sprache.

Einer der Hauptpunkte war der bewußte Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Computern: wie funktioniert das zu Hause, wie in der Schule und wie in einer Jugendeinrichtung? Mehr von diesem Beitrag lesen

Kongress “Keine Bildung ohne Medien”

Heute war also der Auftakt zum Kongress „Keine Bildung ohne Medien“, dessen Manifest Medienbildung als gesellschaftspolitische Aufgabe und die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung in der Verantwortung sieht. So betonte der Sprecher der Initiative, Prof. Dr. H. Niesyto, in seiner Rede zu Beginn der Tagung, dass es einiger und langfristiger Arbeit bedarf, um diese Ziele umzusetzen. Der Kongress kann und muss ein Signal sein, Medienkompetenz und Medienbildung als gesamtgesellschaftliche Bildungsaufgabe zu begreifen und in Bildungsgängen zu verankern.

Dazu wurden in Arbeitsgruppen die verschiedenen Punkte des Manifests mit dem Ziel diskutiert sie konkreter zu fassen und in Forderungen und Statements zu formulieren.

Die Arbeitsgruppe „Aktive Medienarbeit in Zeiten des Web 2.0“ versuchte sich dem aktuellen Stand mit einem Rückblick in frühere theoretische wie praktische Begriffe von Medienarbeit zu nähern und die Frage zu beantworten, was das Neue an den heutigen Technologien, Geräten und Web 2.0 Services einerseits ausmacht und was es andererseits für die Medienarbeit und Medienpädagogik heißt. Die Frage bekommt vor dem Hintergrund kommerzieller Angebote eine weitere Dimension: wie können medienpädagogische (Web 2.0-) Angebote attraktiv aufgebaut werden, da Medienpädagog/innen nicht die Einzigen sind, die Kinder und Jugendliche ansprechen? Andererseits kommt die Frage auf, ob Medienkompetenz, ursprünglich nach D. Baacke, als Begriff noch ausreicht oder ob nicht auch die theoretische Fundierung, nach Handlungs- und Prozessorientierung aufgeteilt, in eine Medienkompetenz 2.0 münden muss, wie die Diskussion um die Begriffe Medienbildung und media literacy zeigen.

Die nach der Aufteilung in Untergruppen zurückgeführten Diskussionsergebnisse und die daraus entstandene Positionierung wird in das Gesamtergebnis des Kongresses eingehen und hoffentlich auf der Seite der Initiative veröffentlicht.

Eltern-Medien-Abende

Über die letzten Jahre hat sich der Themenkomplex „digitale Medien“, zu denen ich als Eltern-Medien-Trainer bei Elternabenden in Schulen gesprochen habe, doch geändert: ging es  zuerst noch um Handytarife und Abofallen, Spiele und ungewollte  Internetzugriffe, oder um Computerspiele, mögliche Sucht- und andere Gefährdungsfaktoren, oder um die Zeitenfrage: wie lange darf mein Kind vor den PC?, ist es heute das weite Feld der sozialen Netzwerke: welche gibt es? Was machen die Kinder dort und was ist alles möglich? Was ist daran  gefährlich für die Privatsphäre, wie kann der Datenschutz einigermaßen eingehalten werden? Wie steht es mit den Vernetzungen der Kinder in verschiedenen Portalen und was wollen die Spiele und Apps darin?

Das Handy kommt darüber auch wieder ins Spiel, weil die Smartphonemanie um sich greift und Netzzugriffe damit gewollt und gefordert sind. All diese Fragen können fachlich  beantwortet und diskutiert werden; im Endeffekt bleibt es eine der aktuellen und  „modernen“ Erziehungsfragen, die mit einer feststellbaren Unsicherheit der Eltern  daherkommt, weil die Verbreitung digitaler Kommunikationsmedien wie PC, Handy und  Smartphone wesentlich schneller verläuft als die der Medien mit denen die Elterngeneration selber aufgewachsen ist.

Dieser Zusammenhang wird in seiner Verunsicherung der Erwachsenen m.E. auch nicht dadurch geschmälert, dass es in jeder Versammlung bestimmt 80% und mehr  Teilnehmer/innen gibt, deren berufliche Grundlage die Arbeit am und mit einem Computer ist. Die Beschäftigungsmöglichkeiten sind bereits offline, aber in noch weit gesteigertem  Maß mit Netzzugang dermaßen vielfältig, dass es jemandem, der/die gerade berufliche und private Dinge mehr oder weniger gerne und in ausreichendem Maß am Gerät so  hinbekommt, als schiere Unmöglichkeit erscheinen muss, den Durchblick zu behalten.  Kann ja auch keine/r in Gänze, aber allein die Kommunikationsmöglichkeiten über soziale  Netzwerke und Chats sind so schnell gewachsen und differenziert, dass sich die Eltern in  zunehmendem Maß von der Entwicklung (und ihren Kindern) „abgehängt“ fühlen.

Die (neue) Dimension sozialer Netzwerke ist auch nicht nur mit Informationen über Registrierungen, Privatsphäreneinstellungen oder mit Ratschlägen für besser nicht ins Netz zu stellende Bilder oder Filme zu erfassen, sondern es ist für die (meist) Jugendlichen ihre eigene Welt, ihr Alltag, den sie so selbstverständlich leben wie alle Jugendlichen zu allen Zeiten. Es haben sich aber eindeutig die Handlungsmöglichkeiten durch das Netz und v.a. Web 2.0 Services potenziert mit Leuten in Kontakt zu kommen und zu bleiben, sie am eigenen Leben teilhaben zu lassen, obwohl sie auf anderen Kontinenten (oder anderen Stadtteilen…) leben und sich über Belangloses hochtechnisiert auszutauschen.

Dazu kommt die veränderte Aufmerksamkeitsökonomie, die das Lesen von kompletten Webseiten nicht einmal andenkt, gleichzeitige Beschäftigungen mit mehreren Dingen fast zur Norm macht und veränderte Sprachgewohnheiten, die Alltags- und Internet-/Chat-Sprache ineinander übergehen lassen und somit kulturelle Verschiebungen auslösen, die  Erwachsene nicht mehr nachvollziehen können.
Das kann man/frau alles erklären und diskutieren, aber es kann gut sein, dass in ein oder  zwei Jahren wieder derselbe Eltern-Medien-Abend stattfindet und wir über völlig neue  Anwendungen sprechen (müssen).

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